Der Beginn eines neuen Jahrzehnts: Zeit für HR-Digitalisierung mit Herz

Oder: Sind wir dabei die Arbeitswelt zu über-digitalisieren?

Wenn wir zurück auf die letzten 20 Jahre blicken, sehen wir enorme Sprünge im HR Management. Training & Entwicklung, Recruiting & Rollenbeschreibungen, Talent- und Nachwuchsmanagement, Mitarbeitergesundheit… & Employer Branding, diese und viele weitere Aufgaben stellen heute immense Herausforderungen an HR. Ein essenzielle Treiber ist hier die zunehmende Digitalisierung. 

Die Digitale Transformation ist ein Veränderungstreiber und Beschleuniger. Neue Technologien, smarte Algorithmen und soziale Netzwerke beeinflussen viele Schritte im HR-Prozess – und sie haben einen wesentlichen Einfluss auf heutige HR Strategien. Digitale Technologien haben hier viele Abstimmungen und Prozesse vereinfacht. Doch sie haben andere auch deutlich verkompliziert. 

Noch dazu kommt, dass durch die Digitalisierung und Vernetzung heute ganz neue Arbeitskräfte in das Berufsleben eintreten. Diese Generationen Y & Z bringen einerseits neue Mindsets und Erwartungen an ihre Arbeitgeber und zusätzlich klare Vorstellungen zu ihrer beruflichen Zukunft mit. 

Viele Herausforderungen (und Chancen), mit welchen HR heute umgehen muss, sind auf digitale Veränderungen zurückzuführen.

1. Hohe Belastungen durch digitale Kommunikation

Immer mehr Menschen berichten von extrem hohen Belastungen durch einen Überfluss an digitalen Kommunikationsmedien am Arbeitsplatz. Sie haben Schwierigkeiten, die Nachrichtenflut über unzählige Kanäle wie Slack, What’s App und interne Netzwerke unter Kontrolle zu bringen. Das führt zu einem Mangel an Fokus und Ruhephasen. 

2. Keine Klarheit im Ziel von digitalen Systemen

Eine Vielzahl an digitalen Prozessen und Wissensmanagement-Systemen sollen den Menschen im Unternehmen helfen, Antworten zu finden. Oft ist unklar, welcher Prozess welchem Zweck dient und in welchem System sich welche Antwort befindet. Das führt zu Verwirrung und Frustration.

3. Verwirrung durch eine Unzahl digitaler Lösungen 

Hinzu kommt, dass sich über Jahre unzählige Daten- und Wissensmengen in verschiedensten Cloud- und Netzwerklösungen gesammelt haben. Das Wissensmanagement wurde dabei nur bedingt strategisch gesteuert. Die Hoffnung war so unlimitierte Unternehmensexpertise nachhaltig verfügbar zu machen. Nach wie vor scheint es schwierig, die eine gute Antwort für ein nachhaltiges Wissensmanagement zu geben. Dies führt zu Abneigung und oft Ablehnung weiterer Systeme und Prozesse.

4. Stress, Unsichtbarkeit und der Wunsch nach Sinn

Die Menschen am Arbeitsplatz berichten über Sorgen, als Mensch nicht mehr gesehen zu werden. Gleichzeitig wird bei jungen Generationen der Wunsch nach Sinn und Werten in der Arbeit immer deutlicher ausgesprochen.  

Wäre es nicht schön, wenn wir in das neue Jahrzehnt 2020 ruhiger und fokussierter starten könnten? Wenn wir unser Gehirn weniger bemühen müssten, sich mit der zunehmenden Digitalisierung am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen? Wenn wir mehr aus dem Herzen agieren könnten?

Thanks to Giphy

Mit Herz und Verstand verändern

Was wäre, wenn wir so Energie freisetzen könnten, um voller Empathie zu kommunizieren und Missverständnisse aufgrund schnell verfasster Emails vermeiden könnten? Was wäre, wenn wir durch Co-Kreation Prozesse schaffen würden, die aus Herz und Verstand entstehen? Was wäre, wenn ein digitaler Herzensgeist mehr Fokus in Kommunikationskanäle, Plattformen und Communities bringen könnte, und sich weniger Menschen verloren fühlen würden, weil sie die vielen Kanälen nicht mehr managen können?

Ich möchte damit nicht sagen, dass alles, was bisher getan wurde schlecht ist. Im Gegenteil! Erlauben Sie mir eine Analogie kurz vor Weihnachten: Wenn Kinder Süßes entdecken (und viele Erwachsene ebenfalls), dann können sie nur schwer aufhören zu naschen, bis all das Süße im Bauch gelandet ist. Auch wenn sie wissen, dass das zu Bauchschmerzen führen kann. 

Ganz ähnlich verhält es sich mit digitalen Technologien und dem allgemeinen Druck alles zu ver-digitalisieren, was nicht bei drei auf den Bäumen sitzt. 

Wie können wir also sicherstellen, dass wir in Zukunft mit Herz und Verstand an das Thema “Digitalisierung” herangehen.

1. Bewusste, digitale Kommunikation

Statt immer mehr Emails, Notifications, Messages etc. zu kreieren, könnten wir gemeinsam überlegen, wie wir bewusst digital kommunizieren. Hier können die folgenden Fragen helfen: 

  • Wann schreibe ich eine Email?
  • Wie schreibe ich sie?
  • Wie kann ich Inhalte als “besonders wichtig”, “erfordert Follow Up” und nur “zur Information” markieren, so dass es der Empfänger auch sofort realisiert? 
  • Wie können wir gemeinsam den Sicherheitsanker der cc und bcc Kultur loslassen? – Hier könnte eine kurze Kommunikation, z.B. im Teammeeting helfen zu klären, wer für welchen Workstream erforderlich ist und wer nicht. (Unsere Empfehlung zum Thema: Das Buch “One Second Ahead”)

2. Evaluation bestehender Prozesse

Eine Evaluation bestehender digitaler Prozesse kann helfen kritisch zu betrachten, welche funktionieren und welche nicht. Jede Firma kennt Prozesse, die einst aus Notwendigkeit eingeführt wurden. Obwohl sie heute keinen Zweck mehr erfüllen, bestehen sie weiterhin. Solche Prozesse behindern die Entscheidungsgeschwindigkeit und die Agilität. Gleiches gilt für digitale Prozesse, die möglicherweise ihren Zweck nicht erfüllen. Regelmäßige Evaluationen helfen hier eine über-Digitalisierung zu vermeiden

(Schauen Sie zum Thema auch mal bei DearEmployee vorbei. DearEmployee unterstützt analytisch und bedarfsorientiert bei der smarten Workplace-Evaluation.

3. Communities für Wissensmanagement

Um das Wissensmanagement zu sichern, kann man sich den Ansätzen der Offenen Innovation bedienen. Zielführende Fragen sind:

  • Welche Digitalen Communities brauchen wir?
  • In welchen Netzwerken organisieren wir sie?
  • Welche Schnittstellen brauchen wir zu anderen Netzwerken und Systemen?
  • Wie können wir diese Communities (i.e., Gruppen) organisieren? 
  • Welche Regeln brauchen wir?
  • Wie machen wir Wissen innerhalb dieser Communities auffindbar?

(Tandemploy bietet zielführende Lösungen zur Organisation von Communities und zum passenden Matching von Kollegen.) 

4. Achtsame Arbeitskultur

Um mit Stress und Druck gezielt umzugehen und offene Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu fördern, hilft Achtsamkeit. 

  • Achtsame Meetingstrukturen erhöhen den Fokus und die Präsenz.
  • Achtsame Routinen wie Minuten der Stille, regelmäßige Pausen oder gemeinsame Meditationen mit Kollegen unterstützen das Bewusstsein, darüber, wie es mir geht. Sie fördern das Miteinander und die Kollaboration.

(Die mynd:way Lernreisen für Menschen im Unternehmen gehen gezielt auf Gesundheit, Kollaboration und Innovation ein. Sie unterstützen Unternehmen so gezielt beim Schaffen einer achtsamen Basis für ein nachhaltiges, wertschöpfendes und nährendes Unternehmen. Mehr achtsame Methoden für den digitalen und bewussten Arbeitgeber finden Sie in unserem Blog.) 

2020’ies: Die Chance achtsame Organisationen zu gestalten

Zusammenfassend sehen wir, dass die Digitalisierung vieles am Arbeitsplatz und im Unternehmen erleichtert und beschleunigt hat. Digitale Prozesse und Strukturen können die Offenheit im Unternehmen fördern und Abstimmungen erleichtern. Sie ermöglichen das Arbeiten in flacheren Hierarchien innerhalb einer vernetzten Welt. 

Es entstehen unzählige Chancen für ein befähigendes, integratives und gesundes Unternehmen. Lassen Sie uns im neuen Jahrzehnt Arbeitsorte schaffen, die dem Individuum Raum zur Potentialentfaltung geben und die Teams das Miteinander erleichtern. Der moderne Arbeitsplatz von morgen kann so zu einer Wachstumslandschaft nach Innen und Außen werden. Diese Landschaft bringt Werte und Sinn in sämtlichen Strukturen und Prozessen zum Ausdruck.

So entsteht durch bewusste Digitalisierung aus Herz und Verstand Agilität von Innen heraus. Sie drückt sich durch Befähigung, Integration sowie smarte Kollaboration und achtsame Co-Kreation aus.

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EINLADUNG ZU UNSEREM HAPPINESS AT WORK – TEST

Wenn Du mehr über Deine Zufriedenheit im Berufsleben herausfinden möchtest, laden wir Dich zu unserem 5-minütigen “Happiness at Work-Test” (s. Link) ein. Du kannst diesen Link auch gerne mit Deinen Kollegen teilen.

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DIE MYND:WAYS: ACHTSAME LERNREISEN FÜR UNTERNEHMEN

Wir hoffen, dass Dir unsere Achtsamkeitsempfehlungen zusagen und freuen uns auch weiterhin entsprechende Methoden mit Dir zu teilen.

Mehr Methoden gibt es in unseren mynd:ways, welche Menschen im Unternehmen unterstützen durch achtsame und agile Methoden, Offenheit, Miteinander und Kreativität zu entwickeln. Sie rüsten die Menschen mit den notwendigen digitalen Skillsets aus, um Gestalter von Wandel zu werden.

Die mynd:way Methode zum Nachlesen gibt es in unserem Buch: “Achtsamkeit und Innovation in integrierten Organisationen.

Wenn Du mehr erfahren möchten, lass uns gerne telefonieren. Wir freuen uns auf den Austausch mit Dir.


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